Wärmepumpen sind auf dem Vormarsch

Freitag, November 29, 2019

Immer beliebter und gut gefördert

Wärmepumpen sind auf dem Vormarsch

2018 belegten sie unter den Heizsystemen beim Neubau den ersten Platz. Als Alternative zu fossilen Energieträgern kommt der Wärmepumpe bei der Energiewende eine wachsende Bedeutung zu. Mit einem Anteil von 44 Prozent bei den genehmigten Anlagen im Neubau überholte 2018 die Wärmepumpe Öl- und Gasheizungen. Hersteller verbessern die Technologie ständig.

Luft-Wasser-Wärmepumpen sind weitverbreitet

Besonders beliebt bei Verbrauchern ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Die elektrisch betriebene Anlage nutzt die Wärme aus der Umgebungsluft für die Heizung. Sie ist gut für den energieeffizienten Neubau geeignet, zeichnet sich durch einen relativ geringen Installationsaufwand aus und ist platzsparend. Erdwärmepumpen und Grundwasser-Wärmepumpen punkten durch eine bessere Energieeffizienz und geringere Betriebskosten. Die bessere Energieeffizienz würd auch mit einer höheren staatlichen Förderung belohnt. Ein lohnender Zuschuss zur Wärmepumpe kann beim BAFA beantragt werden. Wer den Förderantrag vor Beauftragung der Wärmepumpe beantragt, kann mit mindestens 1.300 € Zuschuss für eine Luftwärmepumpe rechnen eine Erdwärmepumpe wird mit mindestens 4.000 € bezuschusst.
Die Annahme, dass Wärmepumpen in Altbauten nur im Rahmen einer Vollsanierung möglich sind, ist mittlerweile überholt. Hersteller haben neue Anlagen entwickelt, die bereits in teilsanierten Gebäuden hohe Jahresarbeitszahlen erreichen können. Mögliche Hybridlösungen verbinden eine Wärmepumpe mit einer bestehenden Öl- oder Gasheizung. Wer eine noch klimafreundlichere Variante haben möchte, erweitert einfach die Wärmepumpe mit einem Kaminofen oder einer Solaranlage. Mit einer Photovoltaikanlage kann eigener Strom produziert und für die Wärmepumpe genutzt werden. Ergänzend dazu könnte mit dem Strom vom Dach außerdem ein Elektroauto aufgeladen werden. Für den relativ geringen Stromanteil, den eine Wärmepumpe braucht, bieten die meisten Energieversorger günstige Tarife.

Wichtige Faktoren für die Effizienz und Förderung

Um die Leistungsfähigkeit einer Wärmepumpe zu beurteilen, dient die sogenannte Jahresarbeitszahl (JAZ) als Orientierung. Sie gibt an, in welchem Verhältnis Stromerzeugung und abgegebene Heizwärme stehen. Eine JAZ von 4,0 besagt, dass 1 Kilowattstunde Strom nötig ist, um 4 Kilowattstunden Heizwärme bereitzustellen. Je höher der JAZ-Wert ist, desto besser. Das Umweltbundesamt empfiehlt einen Wert von über 4,0. Das BAFA fordert für Luft-Wärmepumpen im Gebäudebestand eine JAZ von mind. 3,5, für andere Wärmepumpen 3,8. Mit einer Jahresarbeitszahl von 4,5 kann die höhere Innovationsförderung genutzt werden.
Die meisten Erdwärmepumpen und Grundwasser-Wärmepumpen übertreffen diese JAZ, Luft-Wasser-Wärmepumpen erzielen den Wert unter günstigen Bedingungen. Entscheidend ist, dass die Wärmepumpe an den individuellen Wärmebedarf angepasst wird. Dabei spielen die Größe der zu beheizenden Räume eine Rolle, die Temperaturen, die benötigt werden, um sich wohlzufühlen, sowie wärmedämmende Maßnahmen. Nach dem persönlichen Wärmebedarf bemessen sich die Heizleistung und damit auch die JAZ, die die Wärmepumpe erbringen muss.

 

Informationen, Förderung und Energieberatung

Die verbraucherorientierte Plattform „Intelligent heizen“ informiert seit 2007 technologieoffen und energieträgerneutral über Maßnahmen für eine wirtschaftliche Heizungsmodernisierung und Lüftung.
www.intelligent-heizen.info.

Infos zur möglichen Förderung gibt die kostenlose Förderhotline 06190 / 92 63 - 433. Der Förderservice spart privaten Hauseigentümern Zeit und Geld und übernimmt kurzerhand alle Formalitäten zum Förderantrag und zum Abruf der Fördergelder nach Heizungseinbau. www.foerderdata.de/heizung/foerderservice-heizung/angebot

Wer über eine Modernisierung der Heizung nachdenkt, kann einen Energieberater hinzuziehen. Dieser ermittelt anhand des aktuellen Zustandes der Immobilie und der persönlichen Gewohnheiten, welche Maßnahmen sinnvoll sind.
www.deutsches-energieberaternetzwerk.de/energieberatersuche/

Foto: Intelligent heizen - Thilo Ross