Vereinfachung der Energieeffizienz-Förderungen für Unternehmen

Montag, Januar 7, 2019

Neues Investitionsprogramm für Energieeffizienz in der Wirtschaft

Start des neuen Förderprogramms für Unternehmen

Um Unternehmen Investitionen zur Energiewende und in energieeffiziente Prozesse zu erleichtern, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Förderprogramme in diesem Bereich neu ausgerichtet. Anstatt wie bisher die Fördergegenstände auf verschiedene Programme mit unterschiedlichen Voraussetzungen aufzuteilen, ging am 1. Januar 2019 ein einfacheres Modell an den Start: das Investitionsprogramm "Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft – Zuschuss und Kredit".

Branchenübergreifende Förderung

 „Die neue Ausrichtung schafft für die Unternehmen Klarheit zu der Frage, welche finanzielle Unterstützung es für Investitionen in energieeffiziente Prozesse gibt und erleichtert so die Investitionsentscheidung“ betont Andreas Obersteller, Präsident des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Die neue Förderung richtet sich an Unternehmen aller Branchen und Größen, Stadtwerke und Energiedienstleister. Sie ist bewusst technologieoffen gestaltet, um den Unternehmen die größtmögliche Freiheit bei der Umsetzung einer für sie passenden Lösung zu geben: Von hocheffizienten Standardkomponenten bis zu komplexen Systemlösungen sind alle Maßnahmen förderfähig, die die Strom- oder Wärmeeffizienz deutlich erhöhen und damit zur Senkung des Energieverbrauchs beitragen.

Das neue Programm wird von BAFA und KfW gemeinsam umgesetzt und basiert auf der gemeinsam mit der Wirtschaft entwickelten Förderstrategie "Energieeffizienz und Wärme aus erneuerbaren Energien". Es ersetzt die bestehenden Programme zur Förderung hocheffizienter Querschnittstechnologien, zur Abwärmevermeidung und Abwärmenutzung, zur Förderung klimaschonender Produktionsprozesse sowie zur Förderung von Energiemanagementsystemen. Bewährte Elemente aus diesen Programmen wurden übernommen, weiterentwickelt und in der neuen Richtlinie gebündelt.

Wahlweise BAFA-Zuschuss oder zinsgünstiger KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss

Die unterschiedlichen Finanzierungsbedürfnisse von Unternehmen werden durch die Möglichkeit berücksichtigt, Förderung wahlweise als direkten Zuschuss beim BAFA oder als zinsgünstiger Kredit mit Tilgungszuschuss (Teilschulderlass) bei der KfW zu beantragen. Die Antragstellung ist ab sofort bei der KfW über die Hausbanken und dem BAFA über das Online-Portal möglich.

Die vier Module im Überblick

  • Modul 1: Querschnittstechnologien (Pumpen, Motoren, Ventilatoren, usw.) für schnelle Effizienzgewinne
    Förderquote von bis zu 40 % der förderfähigen Investitionskosten
  • Modul 2: Erneuerbare Energien zur Prozesswärmebereitstellung
    Förderquote von bis zu 55 % der förderfähigen Investitionskosten
  • Modul 3: Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Energiemanagement-software zur Unterstützung der Digitalisierung 
    Förderquote von bis zu 40 % der förderfähigen Investitionskosten
  • Modul 4: Technologieoffene Förderung von Investitionen, die Strom- oder Wärmeeffizienz steigern
    Förderquote von bis zu 40 % der förderfähigen Investitionskosten

Die maximale Zuschuss-Förderung beträgt 10 Mio. Euro pro Antragsteller oder Projekt.
Der maximale Kreditbetrag im Programm „Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ beträgt ii.d.R. 25 Mio. €, bei bis zu 20 Jahren Kreditlaufzeit. Der Zinssatz kann bis zu 10 Jahre festgeschrieben werden. Die Höhe des an den Kredit gebundenen Tilgungszuschusses beträgt je nach Maßnahme bis zu 45% der förderfähigen Kosten; kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten zusätzlich einen Bonus in Höhe von 10 Prozentpunkten.

Weitere Informationen unter www.bafa.de/eew oder www.kfw.de/295.

Foto: Jens Schmitz - pixelio.de