NRW erhöht Zuschüsse für Elektrofahrzeuge und Ladelösungen

Montag, Juni 15, 2020

Erhöhung der Förderquoten - befristet bis zum 30.11.2020

Zuschüsse für Elektrofahrzeuge und Ladelösungen

Die erhöhte Bundesförderung für Elektrofahrzeuge sowie das angekündigte Förderprogramm für private Ladeinfrastruktur lassen auf sich warten. Nordrhein-Westfahlen legt nun vor und erhöht kurzerhand seine Landesförderung. Zum 15. Juni 2020 tritt die neue Richtlinie im Landesprogramm progres.nrw-Emissionsarme Mobilität (EMOB) zur Belebung der Konjunktur in Kraft. Dazu wurden die Förderquoten und Förderhöchstsätze für Ladeinfrastruktur und e-Lastenräder zeitlich befristet erhöht. Für Ladeinfrastruktur mit PV-Batteriespeicher oder mit regenerativen Strom, wird ein weiterer Bonus gewährt.

 

Zuschuss für nicht öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur

Gefördert werden Investitionen in eine Ladesäule oder eine Wallbox sowie dafür erforderliche Maßnahmen wie: angeschlagenes Kabel, Leistungselektronik, Lastmanagement bei mehreren Ladesäule, Kennzeichnung, Parkplatzmarkierung, Anfahrschutz, Beleuchtung, Tiefbau, Fundament, Wiederherstellung der Oberfläche, Montage und Inbetriebnahme, Netzanschluss oder Ertüchtigung eines bestehenden Hausanschlusses.

Befristet bis zum 30.11.2020 gelten erhöhte Förderkonditionen. Die Zuschussförderung wir als prozentualer Anteil der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt:

  • Zuschuss von 50 %, maximal 2.000,- € (Wallbox) pro Ladepunkt für natürliche Personen
  • Zuschuss von 80 %, maximal 2.600,- € (Wallbox) bzw. 5.800,- € (Ladesäule) pro Ladepunkt für Kommunen und kommunale Betriebe mit nicht-wirtschaftlicher Tätigkeit
  • Zuschuss von 60 %, maximal 2.000,- € (Wallbox) bzw. maximal 4.000,- € (Ladesäule) pro Ladepunkt für juristische Personen, Kommunen und kommunale Betriebe mit wirtschaftlicher Tätigkeit
  • Für steuerbare nicht öffentliche Ladepunkte erhöht sich die Förderhöchstgrenze je Ladepunkt um 1.500,- €
    (Steuerbare Ladepunkte sind Ladepunkte, die über eine Datenübertragungsschnittstelle und ein zur Ansteuerung erforderliches Kommunikationsprotokoll verfügen)
  • zusätzlicher Bonus von 500,- € für Ladepunkte, die mit regenerativen Energien betrieben werden
  • zusätzlicher Bonus von 200,- € je kWh Speicherkapazität für Ladeinfrastruktur, die über einen neu errichteten stationären Batteriespeicher mit regenerativem Strom versorgt wird (Nur in Kombination mit einer neu errichteten Erneuerbare-Energien-Anlage)

 

Öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur

Gefördert wird die Errichtung und der Netzanschluss von AC-Ladeinfrastruktur (Wechselstrom) mit einem oder mehreren Ladepunkten. Auch hier gelten befristet bis zum 30.11.2020 erhöhte Förderkonditionen der Zuschussförderung als prozentualer Anteil der zuwendungsfähigen Ausgaben gewährt:

  • Zuschuss von 60 %, maximal 6.000,- € pro Ladepunkt
  • Bonus von 500,- € für Ladepunkte, die mit regenerativen Energien betrieben werden
  • Bonus von 200,- € je kWh Speicherkapazität für Ladeinfrastruktur, die über einen neu errichteten stationären Batteriespeicher mit regenerativem Strom versorgt wird. Nur in Kombination mit einer neu errichteten Erneuerbare-Energien-Anlage.

 

Antrag rechtzeitig stellen

Profitieren kann von der Förderung so ziemlich jeder:  Städte, Gemeinden, Kreise oder Zusammenschlüsse von Kommunen aus Nordrhein-Westfalen sowie kommunale Betriebe, juristische Personen, natürliche Personen also auch Privatpersonen. Für Antragsberechtigte, die die Grenzwerte für De-minimis-Beihilfen überschreiten, ist nur der Förderschwerpunkt „Nicht öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur“ förderfähig, die an Stellplätzen für Beschäftigte oder Mieter von Wohngebäuden bzw. Eigentümer von Eigentumswohnungen errichtet wird.

Mit der Maßnahme darf erst begonnen werden, wenn über den Förderantrag entschieden ist, genauer gesagt: Eine Beauftragung der Maßnahme darf erst nach Erhalt des Zuwendungsbescheides erfolgen. Der Antrag sollte daher rechtzeitig gestellt werden.

Als Ausnahme gilt der so genannte „vorzeitige Maßnahmebeginn“ für die Fördergegenstände „Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge“ sowie „reine Batterieelektrofahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge“ Dies bedeutet, dass nach Antragstellung, aber vor Erhalt des Zuwendungsbescheides, mit dem Vorhaben begonnen werden kann. Die Zulassung des vorzeitigen Maßnahmebeginns gilt allerdings nicht für Kommunen und kommunale Betriebe.

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