Münster baut Zuschüsse für klimafreundliche Wohngebäude aus

Dienstag, Mai 12, 2020

Förderung wurde massiv ausgebaut und fördert jetzt auch Heizungen, PV, PV-Batteriespeicher und Solarthermie

Münster fördert klimafreundliche Wohngebäude

Seit 1997 stellt Münster seinen Bürgern einen Fördertopf zur Altbausanierung bereit. Die Stadt fördert damit Hauseigentümer gezielt bei der Investition in vielfältige Maßnahmen zur energetischen Optimierung von Wohngebäuden im Stadtgebiet. Die Fördermittel werden in Form von nichtrückzahlbaren Zuschüssen bewilligt.
Bisher lag der Fokus vor allem auf der Verbesserung des Wärmeschutzes der Gebäude zur Einsparung von Heizenergie und zur Reduzierung der CO2-Emissionen in Münster. Das Förderprogramm wurde seitdem kontinuierlich erweitert und umfasst heute auch Maßnahmen für energieeffiziente Neubauten und die Nutzung Erneuerbarer Energien, etwa durch Installation von Photovoltaik- und Solarthermischen Anlagen.

 

Die Förderbausteine zur Altbausanierung im Überblick

  • Dämmung Dach/ Oberste Geschossdecke
  • Einbau neuer Fenster
    Zuschuss von 20 € je m² Fensterfläche bei einem Uw-Wert von kleiner/gleich 1,0 W/m2K
  • Außenwanddämmung
    Zuschuss von 10 €/m²  bei einem Uw-Wert von kleiner/gleich 0,19 W/m²K
    Zuschuss von 20 €/m² bei einem Uw-Wert von kleiner/gleich 0,16 W/m²K
  • Innenwanddämmung
  • Dämmung Kellerdecke/ unterste Geschossdecke
  • Heizungsaustausch als Ersatz eines mindestens 15 Jahre alten fossilen Heizkessels
    1.500 € als pauschaler Zuschuss für Biomasseanlagen, Erdwärmepumpen, Anschluss an Nah- oder Fernwärmenetz, 2.500 € für ein Brennstoffzellen-BHKW
  • Einbau energiesparender Lüftungsanlagen

Zusätzliche Förder-Boni gibt es für die Verwendung ökologischer Dämmstoffe, zur ganzheitlichen Gebäudedämmung, für ein erforderliches Lüftungskonzept oder eine Luftdichtheitsmessung und zur Optimierung des Heizsystems und den hydraulischen Abgleich.

 

Neubauförderung

Der Neubau eines Wohngebäudes im Stadtgebiet von Münster wird gefördert, wenn dieser die Anforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) um mindestens 40 % unterschreitet. Ausschlaggebend ist der auf die wärmeübertragende Umfassungsfläche bezogene Transmissionswärmeverlust (H´ T), der mittels einer Berechnung anhand eines vergleichbaren Referenzgebäudes nachgewiesen werden muss.

  • für Ein- und Zweifamilienhäusern 21.000 Euro pauschaler Zuschuss
  • Haushalte, die für die Neuerrichtung ihres Eigenheims eine Wohnraumförderung nach den Wohnraumförderungsbestimmungen des Landes NRW in Anspruch nehmen, erhalten einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro
  • für Mehrfamilienhäusern 10.000 Euro je Wohneinheit, max. jedoch 40.000 Euro je Gebäude

Die Durchführung einer Energetischen Qualitätssicherung im Neubau wird mit pauschal 1.100 Euro für ein Ein-/Zweifamilienhaus (50 % der Gesamtkosten) bezuschusst.

 

Erneuerbare Energien (im Altbau & Neubau)

Die Antragstellung für Zuschüsse im Förderbaustein Erneuerbare Energien kann nach Durchführung der Maßnahmen, bis zum Ende des 6. Monats erfolgen. Maßgebend ist das Datum der Schlussrechnung.

  • Solarthermieanlagen zur Heizungsunterstützung mit min. 5 m² Bruttokollektorfläche
    Zuschuss von 200 €/m² Bruttokollektorfläche
  • Photovoltaikanlage mit min. 20 kWp Anlagenleistung auf Mehrfamilienhäusern
    Zuschuss von 150 €/kWp plus möglicher Bonus für ein Mieterstromkonzept
  • Photovoltaikanlage auf einem Gründach oder an einer Fassade
    Zuschuss 300 €/kWp
  • Photovoltaikanlage mit Batteriespeichersystem
    für PV-Anlagen mit einer Leistung von 5 bis 10 kWp:
    Zuschuss von 750 € für Lithium-Ionen Batteriespeicher
    1.500 € für Salzwasserbatteriespeichersystem oder Redox-FlowBatteriespeichersystem
    für PV-Anlagen mit einer Leistung von über 10 bis max. 30 kWp:
    Zuschuss von 1.500 € für Lithium-Ionen Batteriespeicher
    3.000 € für Salzwasserbatteriespeichersystem oder Redox-FlowBatteriespeichersystem

https://www.stadt-muenster.de/klima/bauen-sanieren/foerderprogramm.html

Foto: Katharina Bregulla - pixelio.de