Steuerermäßigung für die energetische Gebäudesanierung

Donnerstag, Januar 2, 2020

Die Steuer-Förderung im Überblick

Steuerbonus Energetische Gebäudesanierung

Seit über 9 Jahren ist die steuerliche Förderung energetischer Modernisierungsmaßnahmen im Gespräch. Nun kommt sie. Ab 2021 kann die Steuerermäßigung für mindestens 10 Jahre alte Wohngebäude, die zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden, bei der Einkommensteuer in Abzug gebracht werden.

 

Das wird gefördert

Wenn Sie eine der folgenden Maßnahmen im Haus planen, könnte die steuerliche Förderung für Sie in Frage kommen.

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen, Geschossdecken innerhalb vorbestimmter U-Werte sowie wärmebrückenminimierter und luftdichter Ausführung
  • Erneuerung/erstmaliger Einbau der Fenster oder Außentüren innerhalb vorbestimmter U-Werte sowie wärmebrückenminimierter und luftdichter Ausführung

Bei Fenster und Türen muss zusätzlich nachgewiesen werden, dass der U-Wert der Außenwand und/oder des Daches kleiner ist als der UW-Wert der neu eingebauten Fenster und Fenstertüren. Diese Mindestanforderung darf gleichwertig erfüllt werden, indem durch weitere Maßnahmen Tauwasser-und Schimmelbildung weitestgehend ausgeschlossen werden.

  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung der Heizungsanlage (Solarkollektoranlagen, Biomasseanlagen, Wärmepumpen, Gasbrennwerttechnik "Renewable Ready", Hybridanlagen, Brennstoffzellen, Mini-KWK (BHKW), Anschluss an ein Wärmenetz
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind

Zu den Aufwendungen für energetische Maßnahmen gehören auch die Kosten für die Erteilung der Bescheinigung sowie die Kosten für einen zur Planung und Baubegleitung beauftragten Energieberater, der vom BAFA als fachlich qualifiziert zum Förderprogramm "Energieberatung für Wohngebäude" zugelassen ist.

Die Steuerermäßigung kann für Baumaßnahmen beantragt werden, mit deren Durchführung nach dem 31. 12. 2019 begonnen wurde, und die vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen sind. Als Beginn gilt bei Baumaßnahmen mit erforderlicher Baugenehmigung der Zeitpunkt, in dem der Bauantrag gestellt wird. Für sonstige genehmigungs-, anzeige- und verfahrensfreie Vorhaben gilt der Zeitpunkt des Beginns der Bauausführung.

 

Das wird angerechnet

Von der Steuer abzugsfähig werden 20 % der Aufwendungen für Einzelmaßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung sowie 50 % der Kosten einer energetischen Baubegleitung und Fachplanung durch einen Energieberater, max. 40.000 € über drei Jahre verteilt. Die Förderung kann für mehrere Einzelmaßnahmen an einem Objekt in Anspruch genommen werden, je begünstigtes Objekt beträgt der Höchstbetrag der Steuerermäßigung auch in diesem Fall maximal 40.000 €.

Die Steuerermäßigung kann im Rahmen der Steuererklärung beantragt werden. Im Kalenderjahr des Abschlusses der energetischen Maßnahme und im nächsten Kalenderjahr ermäßigt sich auf Antrag die tarifliche Einkommensteuer um je 7 % der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch um je 14.000 € und im übernächsten Kalenderjahr um 6 % der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch um 12.000 € für das begünstigte Objekt.

 

Entweder oder: Steuerbonus, Förderkredit oder Zuschuss

Der Steuererlass ist eine Alternative zu den staatlichen Zuschüssen und Krediten von KfW und BAFA. Das heißt, wer den Steuerbonus in Abzug bringt, kann für die energetische Modernisierung nicht gleichzeitig einen Zuschuss oder Förderkredit nutzen. Da insbesondere die Zuschüsse zur Heizungsmodernisierung auf bis zu 45 % erhöht wurden, gilt es, die richtige Fördermöglichkeit zu wählen, um maximal profitieren zu können. Mit der kostenlosen Förderauskunft verschaffen Sie sich schnell und einfach einen Überblick über die möglichen Förderoptionen.

 

Voraussetzungen und Mindestanforderungen

Gefördert werden energetische Maßnahmen nach den Mindestanforderungen der ESanMV (Ver­ord­nung zur Be­stim­mung von Min­dest­an­for­de­run­gen für ener­ge­ti­sche Maß­nah­men (§ 35c Ein­kom­men­steu­er­ge­setz) bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten, mindestens 10 Jahre alten, Gebäuden. Voraussetzung für die Förderung ist, dass die jeweilige energetische Maßnahme von einem Fachunternehmen ausgeführt wurde und die Anforderungen aus der ESanMV nach Absatz 7 erfüllt sind. Durch eine nach amtlich vorgeschriebenem Muster erstellte Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens ist nachzuweisen, dass:

  • es sich um eine förderfähige Maßnahmen im Rahmen des Gesetzes handelt und die Mindestanforderungen eingehalten wurden
  • es sich um ein zu eigenen Wohnzwecken genutztes eigenes Gebäude handelt, bei dem die energetischen Maßnahmen im Sinne des Gesetzes ausgeführt wurden
  • und das begünstigte Objekt bei der Durchführung der energetischen Maßnahme älter als zehn Jahre war.
Foto: Tony Hegewald- pixelio.de