Zuschuss zur Energieberatung wird ausgeweitet

Dienstag, Juni 27, 2017

Neuer Sanierungsfahrplan als Schlüssel zum Energie und Kosten sparen

Die Energieeffizienz eines Hauses unter der Lupe

Am 1. Juli nimmt das BAFA den Individuellen Sanierungsfahrplan in sein Förderprogramm zur Vor-Ort-Beratung für Wohngebäude auf. Bezuschusst wird der mit 60 % der Beratungskosten, bis zu 600 € für Ein- und Zweifamilienhäuser und bis zu 1.100 € für Mehrfamilienhäuser.

Fakt ist: Immer weniger Leute nutzen eine Energieberatung

Dabei ist die unabhängige Beurteilung durch einen Fachmann so wichtig. Wie ein Gesundheitscheck beim Arzt bringt eine Energieberatung die Schwachstellen ans Tageslicht und zeigt auf, wo Tag für Tag teure Energie verloren geht. Die Beratung verrät: Was ist sinnvoll, was ist machbar, was kann man sich überhaupt leisten und womit fängt man am besten an. Unterm Strich spart ein Energieberater nicht nur Energie und Heizkosten, er bringt sogar noch Geld mit – und zwar Fördergeld. Martin Kutschka von foerderdata.de, der kostenlosen Fördersuche für Bau- und Modernisierungsprogramme, weiß: „Der Energieberater hat den Schlüssel zu vielen Fördertöpfen von KfW, BAFA, Landesprogrammen oder regionalen Zuschüssen im Gepäck“. Auf die Auszahlung können sich Hauseigentümer schon kurz nach der Umsetzung freuen.

Die Vorteile liegen zwar auf der Hand, doch um die Energieberater wird ein großer Bogen gemacht. „Erstmal den Heizkessel tauschen und in ein paar Jahren vielleicht die Fenster. Dafür brauche ich keinen Berater“. Die Mehrzahl der Hauseigentümer saniert genau so, Schritt für Schritt. Motiviert vom geringen Planungsaufwand, überschaubaren Kosten und meist bereits defekter Technik oder undichter Fenster werden Maßnahmen kurzer Hand angegangen, wenn`s bereits drängt.
Eine möglichst schlechte Ausgangslage, nicht nur um auf die Schnelle eine kostengünstige und zuverlässige Firma zu finden. Die durchschnittlichen KfW-Zuschüsse von beispielsweise 1.300 € für die neue Brennwertheizung bleiben liegen und können auch im nach hinein nicht beantragt werden.
Martin Kutschka und sein Team unterstützen Hauseigentümer beim Förderantrag, speziell zur Heizungsmodernisierung. Daher weiß er: „Unglaublich aber wahr: Nur 15 % nutzten die KfW-Förderung für den Kesseltausch“.

Der Weg ist das Ziel

Wer hier einen Sanierungsfahrplan vom Energieberater in der Schublade hat, ist klar im Vorteil.
Der ab Juli vom BAFA geförderte „Individuelle Sanierungsfahrplan“ soll Hauseigentümer eine verlässliche Strategie an die Hand geben, ihr Haus nach und nach über Jahre hinweg zu sanieren. Dabei wird berücksichtigt, wie ohnehin anstehende Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen mit Effizienzmaßnahmen gekoppelt werden können. Das spart Mehrfachkosten bei Beratung, Planung und Bauausführung. Gerade beim Bauen liegt der Teufel oft im Detail. Wird das ganze Gebäude betrachtet, können die typischen Fehlerquellen wie Bauteilanschlüsse etwa an Fenster oder Dach von vorn herein ausgeschlossen und die Schnittstellen zwischen den verschiedenen Gewerken genau berücksichtigt werden. Ebenfalls im Blick des Sanierungsfahrplans: Das mögliche Erreichen der Fördervoraussetzungen.  Denn, ein von der KfW gefördertes Effizienzhaus, kann auch Schritt für Schritt erreicht werden. Befindet man sich erst einmal auf dem Treppchen einer der Effizienzhausstufen, winkt auch die höhere Förderquote.

Keine Angst vorm Energieberater

Oft hat man den Eindruck, Energieberater sprechen eine andere Sprache. Transmissionsverluste, Primärenergiebedarf und Wärmebrücken - alles viel zu kompliziert und nicht alltagstauglich?
Das soll sich ändern. Den neuen Sanierungsfahrplan erstellen die Energieberater nach einer speziellen und extra neu entwickelten Methode. Das heißt, jeder Energieberater geht nach demselben Prinzip vor. Berücksichtigt werden nicht nur der bauliche Ausgangzustand und die Energieeffizienz. Die Wünsche, Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten der Hauseigentümer sollen den Sanierungsfahrplan individuell und wirklich nutzbar machen. Jeder vom BAFA geförderte Sanierungsfahrplan hat die gleiche Form. Die Auswertung und Darstellung der Ergebnisse ist standardisiert, verständlich und anschaulich. Und der Sanierungsfahrplan ist nicht verpflichtend. Ob und wann die Maßnahmen angegangen werden, entscheidet immer noch der Hauseigentümer selbst.

Energieberater sind auch „nur“ Menschen

Unabhängige Energieberater haben den Anspruch, aufzuzeigen, was in einem Haus steckt und was alles möglich ist. Immer mit neutralen Blick darauf, welche Technik und Materialien aktuell am Markt nutzbar sind, welche gesetzlichen Rahmenbedingungen und Mindestanforderungen einzuhalten sind und wie von Fördervorteilen profitiert werden kann. All diese, auf dem ersten Blick zumeist nüchternen und sachlichen Informationen können sich Hauseigentümer zu Nutze machen und in die eigenen Überlegungen einbeziehen, ohne ihre persönlichen Ziele aus dem Auge zu verlieren. Wer Vorschläge hinterfragt und den Dialog sucht, findet die perfekte Lösung für sich, sein Haus, sein Budget und das auch noch übermorgen.

Einen unabhängigen Energieberater finden:
https://www.energie-effizienz-experten.de
http://www.den-ev.de/

Kostenlose Förderauskunft für Bau- und Modernisierungsvorhaben:
http://foerderdata.de/foerdermittel-suche

Bequemer Förderantragservice zur Heizungsmodernisierung:
http://foerderdata.de/heizung/foerderservice-heizung/angebot

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