Die neue EnEV in die Warteschleife abschieben

Dienstag, September 22, 2015

Das Ansinnen der Wohn- und Baubranche trifft bei Umweltverbänden auf Kopfschütteln

Die Verschärfung der EnEV soll in die Warteschleife

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) soll verschärft werden. 2016 werden die Anforderungen für den Neubau deutlich angehoben.

Ein Bündnis von elf Organisationen aus der Bau- und Wohnungsbranche fordern nun die Aussetzung der Verschärfung für mindestens 5 Jahre. Ohne den Druck eines um 25 Prozent geringeren Primärenergiebedarfs nach der EnEV 2016 könne man deutlich billiger bauen. In Zeiten knapper Wohnräume und hoher Zuwanderung könne nur so bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Der Baupreis würde sich nach ZDB durch den Unterschied zwischen der jetzigen und der EnEV 2016 um mindestens 7 Prozent erhöhen. 
Die EnEV solle für den gesamten Neubau für 5 Jahre auf Eis gelegt werden, der jetzige Wärmestandard könne für alle neuen Wohngebäude beibehalten werden. Das ließe sich auch mit den EU-Vorgaben vereinen, die ab 2021 in Kraft treten. Die Vertreter aus Bau- und Immobilienwirtschaft, Industriegewerkschaft Bau, Mieterbund und Architektenbund fordern einen "Neustart des sozialen Wohnungsbaus" und mahnten unter anderem zusätzliche Steuervergünstigungen für den Wohnungsbau privater Investoren an.  

Das Bündnis fundiert seine Forderung auf die derzeitige Notsitiation fehlender Gebäude als Flüchtlingsunterkünfte. Die Aussetzung der EnEV fordern sie allerdings mal eben für den gesamten Neubaumarkt. Und genau das stößt auf ordentlich Gegenwind. "Die aktuelle Notsituation auszunutzen, um bestehende Klimaschutzstandards abzuwickeln, ist zynisch und ein bedauerliches Verhalten der Branche", so die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Einen Baukostenanstieg durch Vorgaben zum Wärmeschutz bezweifelt die DUH. Mieter hingegen müßten jahrelang höhere Unterhaltungskosten leisten. Ähnlich äußerte sich das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN e.V.). Auch der Nabu findet es "moralisch verwerflich, die humanitäre Katastrophe, in der sich Flüchtlinge befinden, zu nutzen, um die notwendige Energieeffizienzpolitik zu torpedieren".

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Foto: © apops - BirgitH. -www.pixelio.de