NRW fördert den Bau von Klimaschutzsiedlungen

Montag, Oktober 9, 2017

Von 100 geplanten Klimaschutzsiedlungen sind 76 umgesetzt

Mit dem Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen in NRW“ rücken die Landesregierung und die EnergieAgentur.NRW den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen von Wohngebäuden in den Mittelpunkt. Dafür stellt Nordrhein-Westfalen Fördergelder aus dem Programm progres.nrw bereit. Und der Plan geht nicht nur auf, das Projekt stösst europaweit auf großes Interesse. Von den 100 geplanten Siedlungen sind mittlerweile 76 umgesetzt und bereits 27 fertiggesellt. Die Klimaschutzsiedlungen zählen bereits 4.700 Einwohner. In insgesamt 5.000 geplanten Wohneinheiten können bald über 12.000 Klimaschützer einziehen. Die Bandbreite der Siedlungen geht von Mehrfamilienhäusern, über Studentenwohnheime bis zu Seniorenwohnanlagen und Pflegeheimen - allesamt mit konsequenter und nachhaltiger Planung – auch unter sozialen und infrastrukturellen Aspekten als anspruchsvolle Projekte des energieeffizienten Bauens oder Sanierens geplant oder bereits umgesetzt.

Wie wird ein Bauvorhaben zur „Klimaschutzsiedlung“?

Edgar Heisler von der Bezirksregierung Arnsberg ist im Rahmen des Förderprogramms progres.nrw zuständig für die Förderung der „100 Klimaschutzsiedlungen“ und erklärt, wie ein Bauvorhaben zur „Klimaschutzsiedlung“ wird: "Privatpersonen sowie private oder öffentliche Bauträger können uns ihre Projekte vorstellen. Diese müssen natürlich die in einem „Planungsleitfaden“ dargelegten Anforderungen erfüllen. Eine Auswahlkommission des Landes, zu der unter anderem Fachleute aus dem Bereich Erneuerbare Energien wie auch dem Bauwesen zählen, prüft die vorgestellten Siedlungskonzepte. Bei einem positiven Votum wird das Projekt von der Planung und Antragsstellung bis hin zur Fertigstellung und Nutzung begleitet. Es erhält Priorität im Förderprogramm für Maßnahmen zur Errichtung einer Klimaschutzsiedlung und damit Mittel aus „progres.nrw".

Welche Merkmale muss eine „Klimaschutzsiedlung“ erfüllen?

Edgar Heisler: "Eine Klimaschutzsiedlung muss mindesten 20 Eigenheime, 30 Wohnungen oder 50 Heimplätze umfassen. Bei Neubauprojekten dürfen nicht mehr als neun Kilogramm Kohlendioxid pro Quadratmeter im Jahr an wärmebedingten CO2-Emissionen anfallen. Und der geforderte Wärmedämmstandard entspricht dem eines Passivhauses oder dem eines 3-Liter-Hauses. Auch bestehende ältere Wohnsiedlungen können im Rahmen einer Sanierung zu einer „Klimaschutzsiedlung“ umgebaut werden, für diese gelten entsprechend angepasste Anforderungen."

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