Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz mit neuen KWK-Zuschlägen

Freitag, Januar 29, 2016

Zukünftig 8 ct/kWh für den eingespeisten Strom und 4 ct/kWh für den selbstgenutzten Strom auf 60.000 Vollbenutzerstunden begrenzt

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz mit neuen KWK-Zuschlägen

Zum Januar 2016 trat das neue Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) vorbehaltlich einiger beihilferechtlichen Genehmigungen der Europäischen Union in Kraft. Wer auf sein eigenes kleines „Kraftwerk im Haus“ setzt und damit gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt, muss vor allem 2 wichtige Änderung beachten:

  • NEU! Unterschiedliche Zuschläge für eingespeisten und für selbstverbrauchten Strom
  • NEU!  Zuschläge auf 60.000 Vollbenutzerstunden begrenzt

Der erzeugte Strom wird weiterhin mit Zuschlägen vergütet. Eine entscheidende Änderung ist die Differenzierung der Zuschläge von eingespeistem und selbstgenutzten KWK-Strom. Betrug der Zuschlag vorher einheitlich 5,41 ct/kWh werden zukünftig 8 ct/kWh für den eingespeisten Strom und 4 ct/kWh für den selbstgenutzten Strom veranschlagt. Der Zahlungszeitraum des Zuschlags bei kleineren Anlagen bis 50 kWel wird nach dem neuen Gesetz auf 60.000 Vollbenutzungsstunden begrenzt.
Die im Gesetz festgelegten Zuschläge werden zukünftig jährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Bestehende Anlagen haben Bestandsschutz und sind von diesen Änderungen des Gesetzes nicht betroffen. Sie erhalten bis zum Ende des 10-Jahre-Zeitraumes den Zuschlag von 5,41 ct/kWh.

Die Förderung wird über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) abgewickelt. Die Antragstellung erfolgt durch den Anlagenbetreiber im Regelfall ausschließlich elektronisch. Voraussetzung für die Auszahlung des KWK-Zuschlags ist die Zulassung der KWK-Anlage durch das BAFA. Für serienmäßig hergestellte Anlagen mit einer elektrischen Leistung bis 10 kW muss die Zulassung nicht mehr beim BAFA beantragt werden, sondern wird durch die Allgemeinverfügung ergänzt.

Vorteile beim Eigenverbrauch nutzen

In der Regel ist es lohnender, den BHKW-Strom selbst zu nutzen, als ihn gegen Vergütung ins Netz einzuspeisen und selbst benötigten Strom dafür wiederum "extern" einzukaufen. In einer Beispielrechnung geht die Verbraucherzentrale von einem geldwerten Vorteil von ca. 20 Cent für jede Kilowattstunde Eigenstromnutzung gegenüber der Einspeisung ins öffentliche Netz aus.

Foto: © SenerTec Kraft-Wärme-Energiesysteme GmbH