Thüringen baut Förderung zur Dorferneuerung aus

Donnerstag, Juli 2, 2015

Landesprogramm mit EU-Mitteln für lebendige Dörfer mit funktionierender Infrastruktur

Thüringen baut Förderung zur Dorerneuerung und Dorfentwicklung aus

Thüringen hat 19 Förderschwerpunkte neu in das Programm der Dorferneuerung und Dorfentwicklung aufgenommen. Darunter sind 8 Einzelorte und 11 Gemeinden bzw. Dorfregionen mit insgesamt 49 Orten bzw. Ortsteilen. Mit der Aufnahme in das Förderprogramm startet für die Gemeinden in den nächsten 18 Monaten eine Informations- und Beratungsphase, parallel dazu wird der Dorfentwicklungsplanung erstellt und fortgeschrieben. Ab 2017 und bis 2021 können die Dörfer dann Fördergelder für konkrete Projekte beantragen.

Besonders in Thüringen gilt es die demografischen Herausforderungen im ländlichen Raum zu bestehen. Mit der Bündelung der Kompetenzen im neuen Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und der Umstellung des Verfahrens zur Dorferneuerung nimmt der Freistaat die Gesamtsituation der Siedlungen ins Visier. Als Grundlage der Förderung löst ein kommunales Entwicklungskonzept die bisher rein städtebaulich geprägte Planung ab.
Aspekte der Daseinsvorsorge rücken in den Vordergrund. Um Fördermittel für die Dorferneuerung zu erhalten müssen Infrastruktur, ÖPNV und Einkaufsgelegenheiten, ärztliche Versorgung sowie der Vernetzung mit den Angeboten umliegender Gemeinden mit einbezogen werden.

Bis 2017 wird es einschließlich der nun hinzugekommenen Orte und Dorfregionen landesweit insgesamt 111 Förderschwerpunkte geben. Seit 1991 wurden im Rahmen der Dorferneuerung und Dorfentwicklung in Thüringen rund 905 Mio. € Fördermittel ausgezahlt. Bis 2020 stehen dem Freistaat nach derzeitiger Mittelverteilung insgesamt rund 188 Mio. € aus Mitteln der EU-Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) und des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung. 

Foto: © Marko Depecher - www.pixelio.de