Faire Lasten­verteilung bei der Energie­wende

Freitag, März 13, 2015

Haus & Grund-Präsident Rolf Kornemann: “Ich kann jeden verstehen, der im Moment abwartet.”

Faire Lasten­verteilung bei der Energie­wende

Nachdem bekannt wurde, dass die Große Koalition vorerst keine steuer­liche Förderung für energetische Gebäude­modernisierungen beschließen will, beklagt Haus & Grund in einer Pressemeldung  die Schieflage bei der Energiewende im Gebäudebereich. „Statt, wie stets bekundet, zu fordern und zu fördern, wird den Haus­eigen­tümern zwar immer tiefer in die Taschen gegriffen, ohne sie – wie versprochen – auch zu entlasten“, kritisierte der Verbandschef.

Er verwies beispiel­haft auf ständig steigende Grund- und Grund­erwerb­steuer­belastungen, die beschlossene Miet­preis­bremse, immer höhere energe­tische Anforderungen an Gebäude sowie auf geplante Einschrän­kungen bei der Modernisierungs­miet­erhöhung. Kornemann plädierte für eine faire Lasten­verteilung bei der Energie­wende. Für die Haus­eigen­tümer sei die Belastungs­grenze über­schritten. Der Steuer­bonus wäre eine sinn­volle und wirkungs­volle Entlastung gewesen. „Ich kann jeden Eigen­tümer verstehen, wenn er sich energetische Maß­nahmen an seinem Gebäude jetzt zweimal über­legt und im Zweifel abwartet. Die Rahmen­bedingungen stimmen nicht. Statt sie zu verbessern, werden den Eigentümern ständig neue Steine in den Weg gelegt“, resümiert Kornemann.

Repräsente Vermieterumfrage ergabe eine Sanierungsquote vo 2 bis zu 4 %

Wie die Haus & Grund Mitglieder im letzten Jahr aggierten, wollte der Verband in einer aktuellen Umfrage erfahren. In einer Vermieter-Befragung konnten Angaben zu 6.500 Wohnungen von 2.100 privaten Vermietern ausgewertet werden. Die Antworten zeigen, dass jährlich zwischen 2 und 4 % der Wohnungen moderni­siert werden. Die häufigsten Modernisie­rungs­vorhaben werden entweder als Komplett­moderni­sierung durch­geführt oder betrafen mit der Heizung, den Fenstern oder dem Dach Gebäudeteile, die die energe­tische Beschaffen­heit des Gebäudes verbessern. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt greifen private Vermieter demnach auch auf effizientere Beheizungsarten zurück: Gas ist nach den Ergebnissen der Umfrage deutlich stärker ausgeprägt, der Anteil an elektrischen Nachtspeicherheizungen hingegen eindeutig geringerer, mit Braunkohle oder Steinkohle betriebenen Heizungen verschwindend gering.

Foto: Rainer Sturm I pixelio.de