EnEV-Austauschpflicht ist Ausschlusskriterium für Heizungspaket

Mittwoch, Januar 20, 2016

Für die Förderung des Heizungspakets darf keine Austauschpflicht nach EnEV vorliegen

Heizungspaket - EnEV-Austauschpflicht als Ausschlusskriterium

Sowohl das BAFA als auch die KfW bietet zusätzliche Fördervorteile für die Umsetzung einer Heizungsmodernisierung als sogenanntes Heizungspakets. Allerdings nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Eine davon ist die Austauschpflicht nach § 10 der Energieeinsparverordnung (EnEV). Der außer Betrieb genommene Wärmeerzeuger darf nicht dieser gesetzlichen Austauschpflicht unterliegen. 

Doch was bedeutet die Austauschpflicht eigentlich?

Im § 10 der EnEV sind dazu mehrere Punkte und Ausnahmen festgelegt. Zum einen, ist das Baujahr entscheident: „Eigentümer von Gebäuden dürfen Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und nach dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind, nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betreiben.“ Ausgenommen von der Austauschpflicht sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel, die einen besonders hohen Wirkungsgrad haben. Das heißt: Diese müssten rein nach den gesetzlichen EnEV-Anforderungen nicht ausgetauscht werden. Wer die Heizungsmodernisierung z.B. auf Grund eines Heizungsausfalls, zu hoher Reperaturkosten und vor allem zu Energieeinspar-Gründen angeht, kann dafür die erhöhte Förderung beantragen. Kleiner Haken: Brennwertkessel sind von der erhöhten Förderung im Rahmen des Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE) ausgeschlossen.

Von der EnEV-Austauschpflicht ausgenommen sind selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser. Hier gilt: „Eigentümer die am 1. Februar 2002 im Haus mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, sind von der Austauschpflicht ausgenommen.“ Die Austauschpflicht greift erst wieder Im Falle eines Eigentümerwechsels. Dann ist die Austauschpflicht vom neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen.

Die Beurteilung der Außerbetriebnahmeverpflichtung für alte Heizkessel nimmt in der Regel der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger anhand des Datums der Abnahme des Kessels vor. Der überprüft bei Zweifeln oder im Rahmen der Feuerstättenschau, ob ein Heizkessel von der Verpflichtung ausgenommen ist oder nicht.

Alles zum KfW-Programm und zu den Fördervoraussetzungen unter: www.kfw.de/430

Foto: © Rainer Sturm - www.pixelio.de