Einspeisevergütung für Photovoltaik

Donnerstag, August 15, 2019

Förderstopp bereits im Frühjahr 2020?

PV-Modul auf dem Dach installieren

Im ersten Halbjahr 2019 lieferten die mehr als 1,7 Millionen in Deutschland installiert Solaranlagen rund 24,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. Der Ausbau von PV-Strom schreitet momentan so schnell voran, dass der Förderdeckel voraussichtlich schon 2020 erreicht wird. Dann droht nach dem Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW Solar) der Einbruch. Der Verband rechnet damit, dass der Ausbau schon im nächsten Jahr auf ein Drittel des derzeitigen Volumens schrumpfen könnte. Denn voraussichtlich schon im Frühjahr oder Sommer 2020 wird die Marke von 52 Gigawatt an Leistung erreicht, die allein die Solaranlagen auf Hausdächern erbringen. Ab dieser Marke greift die sogenannte Deckelung der Förderung, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) legt dann einen Förderstopp fest. Ebenerdig installierte PV-Anlagen, die nicht für die Stromerzeugung im Eigenheim installiert wurden, bekommen bereits seit diesem Jahr keine Förderung mehr.

Wenn Einspeisevergütung, dann jetzt handeln

Aktuell sind nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums rund 47,8 Gigawatt Solarleistung auf Dächern installiert. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät nun Hauseigentümern, die noch eine Einspeisevergütung für selbst erzeugten PV-Strom erhalten wollen, zeitnah mit der Installation zu beginnen. Derzeit beträgt die Einspeisevergütung 10,5 Cent pro kWh für selbst erzeugten Solarstrom, der nicht im eigenen Haushalt verbraucht wird. Diese Vergütung ist dann für 21 Kalenderjahre garantiert und entspricht nach Angaben der Verbraucherzentrale etwa das Doppelte des aktuellen Börsenstrompreises. Noch vorteilhafter ist der Eigenverbrauch: Dabei sparen Hausbesitzer sich die Stromkosten von derzeit etwa 30 Cent pro kWh.

Anschlussregelung für die Förderung von Solarstrom fehlt noch

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), solle "rechtzeitig" eine Anschlussregelung geschaffen werden. "Bis heute hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aber noch keine Vorlage für den künftigen Solarausbau veröffentlicht", kritisiert der BSW Solar. Die Bundespolitiker diskutieren momentan noch ausgiebig darüber. Wie eine solche Anschlussregelung für Solardächer aussehen könnte, dazu möchten sich CDU/CSU noch nicht dazu äußern. SPD und Grüne erklärten bereits, dass sie für eine Abschaffung des Förderdeckels sind.

Stehen mit dem Fall der Einspeisevergütung die Klimaziele für 2020 der Bundesregierung in Gefahr? 

Verbraucherschützer mahnen bereits zur Eile. Bis 2030 möchte die Bundesregierung das Ziel von 65 % erneuerbarem Strom erreichen, mehr CO2-kräftige Kohlekraftwerke sollen dafür abgeschaltet werden. Doch das ist laut BSW Solar in Gefahr, wenn der Förderdeckel greift. Jedes Jahr sei eigentlich der Neubau von Solarstromanlagen mit einer Nennleistung von mindestens 10 Gigawatt erforderlich – was einer Verdrei- bis Vervierfachung des derzeitigen Ausbautempos entspricht. "Eine glaubwürdige Klimapolitik und ein Förderstopp für Solardächer passen nicht zusammen", mahnt deshalb BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig.

Foto: BSW Solar