Können Bauherren zukünftig auf Förderung von der KfW bauen?

Mittwoch, Mai 13, 2015

Wer die Neubau-Förderung zukünftig nutzen will, muss bald energieeffizienter Bauen.

Baustelle KfW-Förderprogramme

Eigentlich müsste die KfW vor ihrer Bank selbst ein Baustellenschild aufstellen. Denn die ist gerade dabei ihre Bau- und Sanierungsprogramme um und auszubauen. Auch das Bauherren-Programm “Energieeffizient Bauen” ist betroffen. Was bedeutet das für die eigene Baustelle? Wer seinen Förderantrag ab 1. April 2016 einreicht, muss sich auf Änderungen gefasst machen.

Die schlechte Nachricht zuerst: Das beliebte KfW-Effizienzhaus 70 fliegt aus dem Programm. Verantwortlich dafür ist die Energieeinsparverordnung. Ab 1. Januar 2016 wird die Latte für alle Bauherren höher gelegt. Der EnEV-Neubaustandard wird von vorn herein um 25 % verschärft. Das KfW-Effizienzhaus 70 ist dann „nur noch“ Standard und nicht mehr gut genug für die Effizienzförderung. Ein neuer Förderstandard rückt dafür nach - oder besser, legt noch eine Schippe oben drauf. Das KfW-Effizienzhaus 40 Plus geht mit den höchsten Anforderungen an den Start, die selbst die anspruchsvollen Effizienz- und Passivhäuser 55 und 40 in den Schatten stellen.

Wer die Neubau-Förderung zukünftig nutzen will, muss also bald noch energieeffizienter Bauen. Energieeffizienter heißt dabei allerdings nicht nur teurer bauen. Denn durch die eingesparte Energie und deren Kosten, kann nach dem Einzug dauerhaft gespart werden. Und auch bei der Förderung will die KfW ordentlich nachbessern. Demnächst kann der erhöhte Kreditbetrag von 100.000,- € je Wohneinheit genutzt werden. Zudem will die KfW den Kredit für eine Zinsbindung von 20 Jahren anbieten. Ein günstiger Zinssatz wäre dann für die gesamte Laufzeit von bis zu 20 Jahren garantiert. Eine Schutzklausel im Kaufvertrag soll künftig die Förderung für den Kauf vom neuen Eigenheim sicher stellen. Der Kaufvertrag soll dafür eine Haftung des Verkäufers für den geplanten KfW-Effizienzhausstandard vorsehen. Die Förderung für ein KfW-Effizienzhaus 55 zu bekommen, soll dank eines neuen Nachweisverfahrens einfacher werden. Und auch die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Energieberater soll bald gefördert werden. Bauherren können hier ab 1. April 2016 das Programm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Baubegleitung“ nutzen.

Tilgungszuschuss macht KfW-Kredit interessant

Derzeit können neue Wohnhäuser mit bis zu 50.000,- € je Wohneinheit ab 0,85 % für ein neues KfW-Effizienzhaus 70 über einen zinsgünstigen KfW-Kredit finanziert werden. Ein Kredit für die noch besseren Effizienzhäuser 55 und 40 ist ab 0,75 % abrufbar und hier packt die KfW einen zusätzlichen Tilgungszuschuss obendrauf.

Egal ob 2015 oder 2016 – der Förderbonus von der KfW lohnt sich. Die Förderkredite der Top-Effizienzhäuser, rechnen sich nicht nur durch die günstigen, vom Staat verbilligten Zinssätze sondern auch durch den zusätzlichen Tilgungszuschuss. Die KfW erlässt einen Teil des Kreditbetrags von vorn herein. Für ein Effizienzhaus 55 heißt das momentan, bis zu 2.500,- € des Kredits müssen nicht zurückgezahlt werden, für ein Effizienzhaus 40 erlässt die KfW bis zu 5.000,- €. Das wirkt sich günstig auf Laufzeit und die Zinsen aus.

Foto: © Sebastian Göbel I www.fotolia.de