KfW-Kommunalpanel 2017

Montag, Juni 19, 2017

Der Kurs unserer Städte und Gemeinden stimmt, es ist aber noch ein langer Weg

Das KfW-Logo steht im Raum

Dringende Investitionen warten vor allem bei Straßen und Schulen

Stieg der Investitionsrückstand in unseren Gemeinden in den letzten Jahren kontinuierlich an, kann für 2016 ein erster Rückgang um 10 Mrd. Euro auf noch 126 Mrd. Euro festgestellt werden. Dennoch ist der Nachholbedarf gerade bei Straßen mit 34 Mrd. Euro und Schulen mit 33 Mrd. Euro weiterhin sehr hoch. Das lies die KfW vermelden, die Zahlen wurden im Rahmen Ihres KfW-Kommunalpanel zusammengetragen, der größten, regelmäßigen Befragung von Kämmerern in deutschen Landkreisen, Städten und Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern.

Schuldenstand und Zinsausgaben konnten 2016 leicht zurückgeführt werden. Im dritten Jahr in Folge erzielten die Kommunen einen Finanzierungsüberschuss. Gute konjunkturelle Rahmenbedingungen und finanzielle Entlastungen durch Bund und Länder verbessern die kommunale Finanzlage und erlauben mehr Investitionen. Insgesamt wollen die Kommunen im laufenden Jahr rund. 1 Mrd. Euro mehr als 2016 investieren, nämlich geschätzte 31,7 Mrd. Euro. Ein weiterer Abbau des Investitionsrückstand erfordert Planungssicherheit und Kontinuität für Finanzen, Personal und Prozesse der Kommunen. Neben Eigenmitteln und Zuweisungen stellen Kommunalkredite für die Kommunen ein wichtigstes Instrument zur Investitionsfinanzierung dar.

Immer mehr Kommunen machen Gelder für Förderprogramme locker

Doch nicht in allen Bereich können die Kommunen selbst tätig werden. Mit  Förderprogrammen geben die Städte und Gemeinden daher  finanzielle Unterstützung für Bürger und ortsansässige Unternehmen. Deutsche Kommunen stellen mit insgesamt knapp 3.900 Förderungen 62 % der 6.200 im Land verfügbaren Fördermöglichkeiten zum Bauen, Sanieren, Energiesparen und zum Einsatz erneuerbarer Energien. Etwa stadteigene Sanierungs- und Energieeffizienzprogramme sollen Hauseigentümer motivieren, längst anstehende Sanierungsarbeiten am Haus anzugehen, leerstehende Häuser wiederzubeleben oder auf Erneuerbare Energien umzusteigen.  Neubauförderungen sollen vor allem junge Familien locken, sich für Grundstück und Bauplatz im Ort zu entscheiden. Trendthema sind derzeit Gründachstrategien und Zuschussprogramme zur Dach- und Fassadenbegrünung mit Anreizen bei den Niederschlagswassergebühren. foerderdata.de recherchiert alle Förderprogramme und stellt die Informationen jedermann kostenlos über die Online-Förderauskunft zur Verfügung. 

 

Foto: © Stephan Sperl - KfW